"Lichtenhainer Wasserfall "
Inhaber: Rainer König
Kirnitzschtalstraße 11
01855 Kirnitzschtal OT Lichtenhain
Tel.: +49(0)35971 53733
Fax : +49(0)35971 57780
E-Mail:
lichtenhainer-wasserfall@
t-online.de
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Das Kirnitzschtal wurde im 19. Jh. zunehmend
zu einem Anziehungspunkt für Touristen und Naherholungssuchende.
Zur Hebung des Fremdenverkehrs wurde darüber nachgedacht, ein
modernes Verkehrsmittel zu bauen. Das von Bad Schandau und Lichtenhainer
Wasserfall nur 40m ansteigende Tal war dazu trotz seiner zahlreichen
Kurven gut geignet. 1870 wurde zuerst der Vorschlag unterbreitet,
eine Pferdebahn, wie sie damals in Dresden verkehrte, zu errichten.
Dieses Objekt wurde aber nicht realisiert, statt dessen wurde 1893
von einem Exekutivkommitee das Projekt einer elektrischen Straßenbahn
vorgelegt.
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Die Kirnitzschtalbahn |

Kirnitzschtalbahn 1902 |
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Der ursprüngliche Plan sah vor, die Bahn bis Kirnitzschenke zu
bauen, eventuell sogar über die böhmische Grenze bis Rainwiese.
In Schandau sollte die Bahn bis zum Bahnhof weitergeführt werden.
Diese Pläne wurden allerdings aus wirtschaftlichen Gründen nicht
umgesetzt. Ursprünglich gab es auch Diskussionen, ob der Antrieb
durch eine Dampflok oder durch Elektrizität erfolgen sollte,
mußte doch auch erst eine Kraftwerksanlage erbaut werden.
Man entschied sich für den Elektroantrieb und begann 1897 mit
dem Gleisbau. Zwischen dem 21. und 25. Mai 1898 trafen die ersten
Wagen der Firma Busch aus Bautzen in Bad Schandau ein, und am Pfingstsonnabend
1898 um 12.00 Uhr fuhren die ersten Wagen von Bad Schandau zum Lichtenhainer
Wasserfall.
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Herr Gustav Ringel schrieb unter anderen folgendes
auf:
Als im Jahre 1897 der Straßenbahnbau
begann, wurde in mir der Wunsch wach, mir einen festen Arbeitsplatz
zu verschaffen. So meldete ich mich bei der Direktion der Elektra
zur Einstellung. Mein Wunsch ging mir in Erfüllung und am 20.Mai
1898 wurde ich zum Fahrenlernen zur Zwickauer Straßenbahn
geschickt. Schon nach 6 Tagen war die Lehrzeit beendet, und somit
war ich Straßenbahner geworden. Dann kam der Tag der Einweihung,
der als ein großes Fest gefeiert wurde. Bekränzte Wagen,
hohe Herren und Musik, das war der Auftakt. Nur ging die Fahrt nicht
so glatt vonstatten, denn die Wagen fanden sich in den neuen Gleisen
noch nicht so zurecht. Es fuhren damals 3 Motorwagen nach dem Lichtenhainer
Wasserfall, und mir wurde die Ehre zuteil, daß ich mit noch
2 Ingenieuren auch einen Wagen fahren durfte. Nachdem wir glücklich
am Wasserfall angekommen waren, gab es ein Festessen, an dem mindestens
100 Personen teilnahmen.
Der Eröffnungstag war der 1. Pfingstfeiertag,
und so fuhr ich mit meinem guten Freunde Gustav Koschmieder den
ersten Wagen früh 5 Uhr 6 Min. ab Schandau vollbesetzt nach
dem Wasserfall.
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Der Wagenpark bestand damals aus sechs Triebwagen mit je
2x15 PS-Motoren, welche 18 Sitz- und 12 Stehplätze hatten und
sechs Beiwagen mit je 24 Sitz- und 14 Stehplätzen. Die Triebwagen
waren verglast, lediglich der Fahrerstand war offen. Die Beiwagen
besaßen als Wetterschutz lediglich seitliche Vorhänge.
Die Beförderungszahlen stiegen von 80000 Personen zu Anfang
bis auf 200000 Personen 1922 an. Trotzdem gab es wirtschaftliche
Schwierigkeiten - es war eine reine Ausflugsbahn und verkehrte nur
von Ostern bis Oktober. In der Nacht vom 26. zum 27. Juli 1927 geschah
ein großes Unglück: ein Feuer vernichtete den gesamten
Wagenpark, den Wagenschuppen und die Werkstatt. Allen Widrigkeiten
zum Trotz wurde der Bahnbetrieb aber wieder aufgenommen, ab 1938
erstmalig das ganze Jahr hindurch. Die Fahrpreise richteten sich
damals nach der Entfernung zwischen den Haltestellen. Es ergaben
sich Fahrpreise wie 15, 18, 22 und 27 Pfennig.
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Annonce um 1900 aus Meinhold's Routenführer |
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| Vom Wagenpark blieben nach dem Brand am 27. Juli 1927 nur ausgeglühte Metallgerippe |
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Das vollkommen verwüstete Depot nach dem Brand |
Im Mai 1945 wurde der Bahnbetrieb vorrübergehend eingestellt, da
während des Krieges kaum Kapazität für Wartungsarbeiten
vorhanden waren und auf Verschleiß gefahren wurde.
Aber bereits am 7. Juni !945 ging es weiter, und 1953 wurde die Rekordzahl
von 579000 Personen befördert. Obwohl ständig an den Gleisen
gebaut wurde, kam es am 21.7.1969 zu einer Entgleisung, bei der der TW
4 umstürzte und alle Fahrgäste Verletzungen erlitten. Wieder
einmal wurde über die Einstellung des Bahnbetriebes nachgedacht.
Glücklicherweise entschloss sich die Stadtverordnetenversammlung
Bad Schandau, den Bahnbetrieb als Touristenattraktion und umweltfreundliches
Verkehrsmittel wieder aufzunehmen. Durch die Stilllegung der Linie 31
(Lockwitztalbahn) der Verkehrsbetriebe Dresden ergab sich die Möglichkeit,
den verschlissenen Wagenpark durch Wagen des Typs TW240-004 zu ersetzen,
die 1940/44 in Gotha für Erfurt gebaut wurden.
Der Originaltriebwagen der Lockwitztalbahn zum 100-jährigen
Jubiläum der Kirnitzschtalbahn vor der Wagenhalle
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Ebenfalls von der Lockwitztalbahn wurde
ein 1925 gebauter Originaltriebwagen mit der Betriebsnummer 240-101-8
von der Firma Busch in Bautzen übernommen. Dieser Wagen ist der
letzte betriebsfähige Wagen mit Einachsdrehgestellen in Europa.
Diese Drehgestelle sind hervorragend für die kurvenreiche Strecke
geeignet. Dieser Wagen wird heute von Hobbystraßenbahnern gepflegt
und zu besonderen Anlässen, wie Jubiläen oder zum Kirnitzschtalfest
stellt er für Straßenbahnfreunde eine besondere Attraktion
dar. |
1998 beging die Kirnitzschtalbahn ihr 100-jähriges Jubileum und
stellt heute eine wesentliche touristische Attraktion im Kirnitzschtal
dar. Und wenn Sie uns im Sommer zum Kirnitzschtalfest
besuchen, bekommen Sie auch Gelegenheit, als Fahrgast mit den liebevoll
gepflegten historischen Triebwagen eine Fahrt durch unser romantisches
Tal zu unternehmen.
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